Silage oder Heulage?

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SILAGE ODER HEULAGE – Haben Pferde denn jetzt vier Mägen?

Über die Silage- und Heulagefütterung wird immer wieder leidenschaftlich diskutiert in der modernen Pferdehaltung. Zurecht, wie wir finden. Silage- und Heulagefütterung hat in Summe mehr Nachteile, als eigentliche Vorteile. Natürlich ist der Produktionsprozess und die Lagerungsmöglichkeit ein Vorteil für den Pferdehalter oder Stallbetreiber. Sind die Ballen doch schneller einzuholen und bei Wind und Wetter durch die Folie (vorausgesetzt diese ist nicht beschädigt) geschützt. Aber – ebenso wie bei der Heuqualität – gibt es enorme Abstufungen in der Silage- und Heulageproduktion. Wird bei der Silage und Heulageproduktion nicht mit höchster Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit vorgegangen, kann die Qualität derart leiden, dass das Futtermittel stark verdorben und damit lebensgefährlich für euer Pferd sein kann. Alles was erstmal einem Gärungsprozess ausgesetzt ist, ist ein säurehaltiges Futtermittel. Während des Gärungsprozesses entsteht Milchsäure. Dabei verändern sich die pH-Werte, was gut ist, weil bei einer Unterschreitung des pH-Wertes von 4,8 fäulniserregende Keime absterben. Ganz gefährlich wird es für unsere Tiere, wenn der pH-Wert über 4,2 bleibt, denn dann werden die lebensgefährlichen Clostridien (Bakterien) nicht abgetötet. Die Hauptgärung findet i.d.R. in den ersten 14 Tagen statt – dabei sinkt der pH-Wert immer weiter und im besten Fall sind keine kohlenhydrathaltigen Stoffe mehr verfügbar, die vergären können. Die Gärung ist dann abgeschlossen. Was ganz besonders wichtig ist (!) – Heulage erreicht den idealen pH-Wert zur Vernichtung der gefährlichen Clostridien meist nicht. Und was dann?

Die Bakterien vermehren sich rasch und setzen dabei Botulin (Gift) frei, dass Nervenschädigungen, Muskellähmungen und schlimme Koliken hervorrufen kann. Erfüllt die Heulage allerdings den Qualitätsstandard sind diese Ballen nach Anbruch innerhalb von 24h aufzubrauchen, denn sonst setzt die Nachgärung ein und die Schimmelbildung hat ein leichtes Spiel. Neben der Belastung durch Schimmelsporen in der Heulage, kann es bei einer langfristigen Silagefütterung zu einer dauerhaften Übersäuerung des Organismus kommen. Viele Pferde reagieren auf den hohen Säuregehalt im Körper mit Verspannungen und muskulären Dysbalancen. So…. und wer ist nun noch Fan der Silage- oder Heulagefütterung?

Euer EQUINE-THERAPY TEAM I FIT & VITAL – OSTEOPATHIE FÜR PFERDE wünscht euch weiterhin viel Spaß & Erfolg – eure Deike, Patricia & Steffi

– PFERDETHERAPIE I PFERDEOSTEOPATHIE I PFERDEPHYSIOTHERAPIE –